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Der Herbst ist der Frühling des Winters

WIE JAHRESZEITEN

Zur Zeit versuche ich, jede Woche an meiner Tafel einen schönen Spruch über den Herbst zu veröffentlichen. Denn ich liebe diese Jahreszeit! Das sage ich jedoch immer dann, wenn eine neue anbricht. Wenn dann bald der Winter reingekrochen ist, werde ich laut herausposaunen: Der Winter ist der Beste! Ebenso werden alljährlich der Frühling und der Sommer zu Lauras Lieblingen gekürt.

 

Ich halte diese Einstellung für eine Gabe. Ebenso wie meine Fähigkeit, Regen wie Sonne gleichwertig zu schätzen. Ich würde diesen Ansatz gesund nennen.

 

Tendenziell ist es mit uns Menschen doch aber so, dass wir erstens alles bewerten und zweitens in fast jeder Hinsicht stets nur einer Seite der Medaille einen positiven Wert beimessen, während über die andere Seite die Nase gerümpft wird: 

 

Sommer und Sonne – hurra! Winter und Regen – oh nein! 

Voller Energie und leistungsstark – Daumen hoch! Erschöpft und bettreif – da hilft noch ein Kaffee! 

Extrovertiert und offen – so was suchen wir! Introvertiert und still – eher nicht.

Gut gelaunt – so muss es sein! Traurig – das darf nicht sein!

Dünn – Dick. Schwarz – Weiß. Nord – Süd. Ost – West. Mann – Frau. Alt – Jung.

Das Gehirn springt sofort in eine Bewertung und entscheidet für positiv oder negativ.

 

Dass die Teile solcher Gegensatzpaare nicht gleich sind, ist selbsterklärend. Der Winter ist nicht wie der Sommer (zumindest hier bei uns nicht). Und eine Frau ist nicht wie ein Mann. Und gut gelaunt fühlt sich nun mal meistens besser an als traurig. 

 

Aber: GleichWERTIG sind sie sehr wohl. Wenn wir das verinnerlichen könnten, wären so einige Probleme aus der Welt geschafft. Sowohl im Mikrokosmos – plötzlich wäre es in Ordnung, sich mal nicht ganz so stark und offen und fit zu fühlen – als auch im Makrokosmos – wie viele Kriege und Streitigkeiten und politische Debatten würden plötzlich in Obsoleszenz verpuffen?! 

 

Beginnen wir doch erstmal bei uns selbst und lernen, unsere natürlichen Zyklen anzunehmen und vielleicht sogar wertzuschätzen. Wenn wir zusätzlich noch den Wert in den uns gegebenen Attributen und Eigenschaften erkennen können, wird es regelrecht schwer fallen, den Wert der mit gegensätzlichen Aspekten versehenen Menschen nicht gleichermaßen zu achten. 

 

Die Natur macht es uns vor: Sommer ist Sommer und eher sonnig und warm. Winter ist Winter und eher dunkel und kalt. So ist das natürlich.

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