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Wie Umziehen

Wir sind gerade umgezogen. Also. Vor einigen Wochen. Aber das Haus steckt noch immer voller Möglichkeiten für Baumeister, Aufräumfanaten und Putzkolonnen. Das wird zu einem gewissen Grad wohl auch immer so sein und das ist ja auch gut so, denn das Erschaffen eines Heims bereitet wirklich große Freude. 

 

Jedes Mal, wenn wir mal wieder in einer neuen Schublade oder gar einem ganzes Zimmer Ordnung geschaffen haben, stellt sich in mir so ein angenehm friedliches Gefühl ein. Ich denke, das ist es, was mein Mann Ben mit den Worten “Wenn der Schmerz nachlässt” beschreibt. Es ist herrlich! Das Glück hält leider nur so lange an, bis man sich an den neuen Status Quo gewöhnt hat. Dann ist er das neue Normal. 

 

Es ist also gewissermaßen ganz natürlich, dass wir uns immer wieder neue Herausforderungen in unser Leben einladen, welche uns zwar heftiges Chaos bescheren können, aber dann auch für Befriedigung und Glück sorgen, sobald wir dieses erfolgreich bezwungen haben. 

 

Oft tun wir das ganz bewusst: Ich gehe zum Beispiel gerne in der kalten Ostsee baden. Das kann in dem Moment wirklich eisig sein, aber spätestens nach der heißen Dusche bin ich glückselig. Die Renovierung unseres Hauses war zeitweise echt nervenaufreibend – aber jetzt haben wir ein wunderschönes Resultat. 

 

Vielleicht ist dir auch schon mal aufgefallen, dass du alles, was du dir sehenden Auges angelacht hast, zwar vielleicht mit vor Anstrengung verzerrtem Gesicht, aber doch mit einem fröhlichen Herzen erlebst. Du hast dich ja schließlich bewusst dafür entschieden. Haargenau dieselbe Aufgabe kann zu heftigen internen Kämpfen und Verwünschungen aller Art führen, wenn du den Eindruck hast, sie sei dir von außen auferlegt worden. 

 

Wenn wir aber die Beobachtung logisch weiterführen, dass uns Glück vor allem dann geschenkt wird, wenn wir vorher die unangenehme Seite der Medaille kennengelernt haben, dann könnten wir doch davon ausgehen, dass sich auch Herausforderungen, welche uns scheinbar von anderen Menschen eingebrockt wurden, nach einer kurzen oder auch längeren Phase von ihrer hellen und glückbringenden Seite zeigen?! 

 

Eigentlich müsste das eine Gewissheit für uns alle sein. Denn dass nach der Nacht ein neuer Tag anbricht und auch der tiefste Winter irgendwann dem Frühling Platz macht, wissen zumindest wir aus den gemäßigten Zonen ganz genau. Wir leben auf allen Ebenen in diesem Feld der Polaritäten. 

 

Aber wir Menschen sind witzige Geschöpfe. Weder die Nacht, noch den Winter mögen wir besonders gern. Und ebenso wenig gefällt uns das Chaos oder der Schmerz. Da wehren wir uns, so gut das halt geht. Und lauthals beschweren tun wir uns natürlich auch. 

 

Mir gefällt der Gedanke, alle Herausforderungen, ob freiwillig erschaffen oder ungewollt in unser Leben getreten, unvoreingenommen anzunehmen und zu bewältigen (Vielleicht auch mit ein wenig oder ein wenig mehr Unterstützung von anderen Menschen). So dass wir nicht so sehr kämpfen gegen das, was eh schon längst Realität ist, und uns stattdessen an der Aussicht aufwärmen, dass wir am Ende als Belohnung dann auch das Gefühl erleben dürfen, “wenn der Schmerz nachlässt”.

 

Wer also noch eine schöne und schön schwierige Herausforderung für dieses Jahr sucht, kann sich ja mit mir zusammen an dieses Gedankenprojekt wagen:)

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